München 1998
Welche ist die beste, größte, wichtigste, schönste Mineralienbörse der Welt ? Nein diesen Streit will ich hier nicht entscheiden. Nur München ist sicherlich eine der besten und größten Messen für Steine auf der ganzen Welt. Klar, es gibt noch Tucson und in Europa wäre auch noch Saint-Marie-aux-Mines zu nennen. In Deutschland aber ist München unangefochten die Nr. 1 und die Hamburger Mineralientage werden auf ewig die Nummer zwei bleiben - was nicht heißen soll das Hamburg irgendwie schlechter wäre...
Es gab einmal vor langer Zeit eine Messe in Berlin die hatte zum Teil mehr Besucher als München damals. Und wenn Berlin auch jetzt wieder Haupstadt ist, die Hauptstadt der Mineralien in Deutschland vielleicht sogar in Europa bleibt München !
Mit dem Umzug ins neue Messegelände verknüpften sich viele große Erwartungen aber auch Befürchtungen. Nein, die Standmieten haben sich nicht verdoppelt - was wärend der Besichtigung des Messegeländes im Herbst 1997 hinter vorgehaltener Hand geflüstert wurde...
Stattdessen endlich mehr Platz, helle große Hallen ohne "dicke Luft" !
Obwohl weit vor den Toren der Stadt gelegen, auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens München-Riem, klappte die Verkehrsanbindung schon ganz gut. 1999 soll nun auch endlich die U-Bahn direkt bis zum Messegelände fahren.1998 mußte man noch mit der S-Bahn und einem Shuttlebus...
Leider werden die Autofahrer gleich mit saftigen 10.- DM Parkgebühr abgestraft, wo doch da draußen soviel Platz vorhanden ist - für Parkverbotschilder. Auch die hohen Peise der Messegastronomie rissen manches Loch in das Budget der Messebesucher. Leider sind eben keine gemütlichen Lokale in Laufweite vorhanden wie noch beim alten Messegelände mitten in der Stadt. Auch das man als Aussteller nicht mehr so einfach zu seinem "Stammhotel" gleich neben der "Stammkneipe" laufen kann, sondern doch einige Zeit mit dem Auto fahren muß ist eine der unangenehmeren Seiten der neuen Messe. Auch die Ausflüge ins Münchner Nachtleben gestalten sich schwieriger.
Trotzdem, wer München nicht kennt, der hat verpennt !
Die "offizielle" Homepage von München ist jetzt http://www.mineralientage.de .
Also noch ein paar Tips von einem altgedienten Aussteller.
Als Besucher besorgen Sie sich am besten einen Ausstellerausweis und kommen schon am Dienstag zum Aufbau um die besten Schnäppchen zu machen...
Halt, das ist natürlich überhaupt nicht gern gesehen und zudem streng verboten. Soll aber früher vorgekommen sein...Nein mal ehrlich, wenn Sie mit dem Auto anreisen, bilden Sie Fahrgemeinschaften. Buchen Sie ein Hotel in der Innenstadt (Die Hotels in Messenähe sind eh alle von Ausstellern belegt und zum Teil überteuert). Richten Sie sich auf mindestens ein Übernachtung ein. In München gibt es mehr zu sehen als nur die Mineralientage (z.B. Deutsches Museum, Pinakothek, Schwabing, Bavaria Studios....). Nehmen Sie sich um Gottes Willen eine ordentliche Brotzeit und Getränke mit (In der Messe ist alles recht teuer und draußen gibt es eh nichts) am Besten in einem großen Rucksack (damit da auch recht viele Steine zum Heimtragen reinpassen !).
Nehmen Sie ausreichend Bargeld mit. Die vielen ausländischen Aussteller können mit Kreditkarten oder Euroschecks herzlich wenig anfangen. Oder haben Sie schon mal versucht in einer Bank in Novosibirsk einen Euroscheck einzulösen ?
Wenn Sie mit dem Gedanken spielen sich als Aussteller in München zu versuchen vergessen Sie das am besten gleich. Letztes Jahr haben eh alle Miese gemacht und Plätze gibt es keine mehr...
Doch nicht ganz richtig. Bei der Anzahl von Ausstellern gibt es immer eine gewisse Fluktuation und mit dem richtigen Angebot haben Sie immer eine Chance.Das "richtige" Angebot ist nicht immer leicht zu finden. Keinen großen Stich machen Sie natürlich als 371ster Aussteller mit Amethystdrusen aus Brasilien, irgendwo "ganz billig" beim Großhandel gekauft. Alle wichtigen Großhändler stellen selbst in München aus. Und die die dort nicht ausstellen, wollen entweder nicht oder man will sie dort nicht...
Also auf nach München !
Oder sollen Ihnen die Anderen die guten Funde wegschnappen ?
Münchner Mineralientage
Messe München-Riem
Freitag 29.10.99 (GEOFA) bis Sonntag 31.10.99
jeweils von 9 - 18 UhrEingang zur Messehalle
Zum ersten Mal auf dem neuen Messegelände München- Riem ! Statt in 5 oder 6 verwinkelten zum Teil dunklen "Bunkern" mit niedrige Decken nun in drei großen hellen freundlichen Hallen. Obwohl weit vor den Toren der Stadt auf dem ehemaligen Flughafengelände, fanden doch mehr Besucher als letztes Jahr (damals noch auf dem alten Messegelände) den Weg zu den Mineralientagen.
Johannes Keilmann vor dem "Desert Inn" eröffnet die ersten Mineralientage auf dem neuen Messegelände.
Hab´ mein Wage vollgelade....
Dienstag und Mittwoch waren erst einmal dem Aufbau der Stände gewidmet.
Obwohl Mittwochmorgen noch nicht jeder den frischesten Eindruck machte.
Auch diesem Besucher aus Übersee steht der Jetlag noch ins Gesicht geschrieben
Ob für solche müden Krieger wohl die Betten gedacht sind, mag sich mancher Besucher gefragt haben - oder sind wir am Ende doch auf einer Möbelausstellung gelandet ?
Nichts von alledem ! Das Desert Inn, einst das Top Mineralienhotel in Tucson wurde in München nachgebaut. In Tucson selbst musste das Original schon dem Autobahnbau weichen.
Zum Glück wurde der "Geruch" nicht mitimportiert, meinte ein leidgeprüfter amerikanischer Händler.
Die deutschen Tophändler wie hier Helmut Brückner verlassen sich da lieber auf einen traditionellen Standaufbau.
Die Sonderschau war 98 nur einem Thema gewidmet :
"Rot und lebendig"
Es waren die "roten" Mineralien, wie hier cm-große Kämmererite aus Kop Dag, Türkei,
oder die Traum-Rhodochrosite der Sweet Home Mine in Coloroado, die das Bild der Sonderschau prägten.
Der zweite Fachhandelstag am Donnerstag, hatte wohl nicht so recht den gewünschten Erfolg und soll 1999 wieder flachfallen.
Aber Samstag und Sonntag strömten die Besucher wie eh und jeh und Befürchtungen, die Münchner könnten den Weg zur Messe in Riem scheuen, erwiesen sich als unbegründet.
Neufunden gab es zu Hauf, wie z.B. große Anatase aus Norwegen.
Aber auch "Klassiker" wie dieser Schwefel aus Sizilien.
Gut beschützt werden muß dieser riesige Melanterit aus dem Untergrund der Rio Tinto Mine, Spanien. Nicht so sehr weil er besonders wertvoll wäre sondern da er an trockener warmer Luft sehr schnell zerfällt und gut wasserlöslich ist das Mineral obendrein.
Auch von alten deutschen Fundstellen war noch Material zu bekommen, wie hier z.B. Pyromorphit vom Hofsgrund, Schauinsland bei Freiburg.
Aber das waren nicht die einzigen Originale...
die dieser Schwarzwaldstand zu bieten hatte !
WIRD NOCH WEITER AUSGEBAUT (IRGENDWANN) !
ZURÜCK ZU MÜNCHEN 1999 !
Udo J.A. Behner
E-Mail: mr.bismuth@t-online.de