Vorschau München 2002 & Rückschau München 2001
(Keine Angst vor der "Bleiwüste" weiter unten kommt auch noch eine Bildergalerie !)

Der Sommer ist noch nicht einmal richtig vorbei und schon herbstet es wieder und die Münchner Mineralientage rücken wieder in das Blickfeld von Sammlern und Händlern. Die offizielle Internetseite findet sich natürlich nach wie vor unter:

www.mineralientage.de

Und im Prinzip ergibt sich wieder "The same procedure as every year" d.h. es bleibt insofern alles beim alten, als das es nämlich auch dieses Jahr neue Hallen gibt. Keine Angst, die A4 bis A6 liegen nur auf der anderen Seite des Atriums und sollen Aufbautechnisch auch besser zu erreichen sein als die B-Hallen letztes Jahr. Innendrinn sieht alles ganz genauso aus, da man versucht die Zusammenstellung der Aussteller weitestgehend beizubehalten. Zudem ist man eben nicht mehr nur B-Klasse !

Hinter den Kulissen der Webseite der Mineralientage wird auch schon fleißig gearbeitet. Online sind bereits die Ausstellerdaten (z.Zt. noch von 2001) verfügbar, was wohl auch einige Datenpiraten dazu veranlasst hat die Aussteller mit unerwünschter Werbung zu überziehen und mit Pseudorechnungen abzukochen. Man versucht da Lösungen zu finden um zumindestens dieses "data mining" etwas zu erschweren, aber schließlich kann man auch nicht verhindern, daß die Adressen einfach aus dem Messekatalog abgeschrieben werden. Ein digitales Format des Hallenplans ist in Arbeit und wird sobald verfügbar auch auf dieser Webseite in zoombarer Form als "Preview" zu sehen sein.
Weiterhin ist auch eine Art Datenbank in Vorbereitung um z.B. dem Besucher der Webseite die Möglichkeit zu geben sich alle Aussteller aus Polen oder alle Aussteller mit Mineralien aus Mexico auf Knopfdruck auflisten zu lassen. Dann wird man auch solche Fragen beantworten können wie : "Also wissens, letztes Jahr da hab ich was bei einem gekauft der hieß Christian irgendwas und kam aus Österreich oder wars die Schweiz ? Wo steht denn der jetzt ?". Das heisst schon im Vorfeld der Mineralientage kann sich der potentielle Besucher gezielt in aller Ruhe vorbereiten um dann nicht ziellos auf der Suche nach "seinen" Ausstellern herumzuirren. Bei bald 900 Ausstellern ist es auch schon verdammt schwer die Orientierung zu behalten !
Auf die Mithilfe der Aussteller ist dabei natürlich die Redaktion der Webseite angewiesen. Wenn sich die Angebotsbeschreibung in "Mineralien" erschöpft ist nur insofern etwas gewonnen, als das der geneigte Besucher erfährt, daß er da wohl keine Teppiche kaufen kann. Eine detailierte Angebotsbeschreibung (vieleicht sogar mit Bildern?) nützt nicht nur den Besuchern, sondern natürlich erst recht den Ausstelleren die ja mit ihrem Angebot gefunden werden wollen ! Im Gegensatz zum gedruckten Katalog kann die Webseite praktisch bis zur letzten Minute aktualisiert werden und das ohne große Kosten. Ob es dieses Jahr aber bereits mit allen digitalen Extras klappt ist recht unwahrscheinlich da noch sehr heftige "alpha-Tests" laufen bzw. noch am Konzept gebastelt wird.

München "quo vadis ?", das wird sich wohl mancher Aussteller und Besucher letztes Jahr gefragt haben. Der 11. September lag auch über München wie ein drohender Schatten. Mancher Einkäufer aus Übersee bekam von seiner besseren Hälfte sogar Flugverbot erteilt und Aussteller aus "unsicheren" Ländern konnten z.T. wegen Visaproblemen nicht anreisen. Zudem sind natürlich Luftfrachtkisten mit schweren Erzbrocken, die unter dem Röntgenschirm alle so schön undurchsichtig schwarz erscheinen höchst verdächtige Kontrabande. Letztendlich kamen dann doch aber wieder mehr Besucher als das Jahr zuvor obwohl subjektiv weniger Besucher in den großzügigen Gängen herumzulaufen schienen. Aber das ist wohl der Unterschied zwischen "gefühltem" und "statistischem" Besucherandrang.
Die Zeiten vom alten Messegelände, etwa noch in der alten legendären Halle 16, wo sich Samstags und Sonntags die Massen durch die Gänge wälzten, bei wesentlich weniger Ausstellern, sind wohl endgültig vorbei.
Der Fachhandel gewinnt in München immer mehr an Bedeutung und eine ähnliche Vielfalt und Breite des Angebotes wird in Europa nur noch in Saint-Marie-aux-Mines erreicht und von Tucson in Arizona noch übertroffen (Aber da müssen Sie schon 3 Wochen durch die ganze Stadt sausen um zumindest die Chance zu haben alles zu sehen !). Für kleinere Händler mit überwiegend an den Einzelhandelskunden ausgerichtetem allgemeinen Angebot ohne Exklusivmaterial wird es immer schwieriger die recht hohen Standmieten zu verdienen und gegen das erdrückende Überangebot zu bestehen. Die Schnäppchenjäger stürzen sich auf die frisch ausgepackte Ware der ausländischen Anbieter aus Marokko, China und Osteuropa; der Sammler höherwertiger Stücke sucht gezielt "seine" Händler auf und der Wiederverkäufer deckt sich im Großhandel ein.
Für den "kleinen" Einzelhändler bleibt da nicht mehr viel übrig zumal sich die Kaufkraft des allgemeinen Publikums sich auf viele Aussteller verteilt und der eine oder andere Besucher die Mineralientage mit einer Fotosafari verwechselt. So mancher hat da schon das Handtuch geworfen oder zumindestens die Standgröße drastisch reduziert.
Trotzdem, die Münchner Mineralientage in eine reine Fachmesse zu verwandeln wäre der falsche Weg und ist auch nicht geplant. Die Messe braucht auch den "Otto Normalverbraucher" um neue Freunde für das steinerne Hobby zu gewinnen. Die jedes Jahr sehr sorgfältig vorbereiteten und eindrucksvollen Sonderschauen bringen einen echten Mehrwert für die Besucher. München ist eben mehr als eine Verkaufsveranstaltung mit Eintrittsgeld, es is ein "Event".

Die Highlights der Messe 2001 waren mit Sicherheit die Höhlengeheimnisse mit ihrer ständig ausgebuchten 3D-Schau und die atemberaubenden Stücke der Sammlung Giazotto aus Italien. So mancher Sammler wäre froh wenn er nur eine solche "Bombe" bei sich zu Hause hätte. In München war eine ganze Sammlung von Sahnestückchen in Extraportionsgröße zu bewundern ! Etwas in den Hintergrund gerückt erschienen da manchmal die sehr liebevoll gestalteten Sammlervitrinen, von denen es ruhig auch noch ein paar mehr werden dürfen. Bis diese aber solchen Kultstatus erreicht haben wie auf der "Main Show" in Tucson wird noch etwas Zeit vergehen.

Was kann man potentiellen Besuchern raten ?

  1. Zeit nehmen!
  2. Viel Geld mitnehmen!
  3. Noch mehr Geld minehmen!
  4. Eine Rucksack mit Verpflegung und zum Abtransport der Beute mitnehmen!
  5. Brotzeit und Kaffee selber mitbringen und die gesparten 5 Euro für eine Wurst in einen schönen Stein investieren!
  6. Fahrgemeinschaften bilden oder gleich in Form von Busladungen erscheinen und das gesparte Benzin- und Parkgeld in noch mehr schöne Steine investieren!
  7. Sich jetzt schon Ausreden für die bessere Hälfte überlegen warum diese Jahr die Weihnachtsgeschenke etwas magerer ausfallen und der Winterurlaub eingespart wird!

Hoffen wird das die "very very old economy" des Steinehandels sich von dem Zusammenbruch der "new economy" unbeeindruckt zeigt. Schließlich ist der Steinehandel das zumindest zweitälteste Gewerbe der Welt. Schon in der so treffend "Steinzeit" genannten Epoche wurde so nützliches wie Feuerstein und weniger nützliches wie leuchtend bunte Mineralpigmente (für das Makeup neolithischer Betreiberinnen des ältesten Gewerbes) über recht erstaunliche Entfernungen gehandelt. So mancher smarte Internetspekulant hätte doch besser sein Geld in ein paar Steinchen investiert, die man immerhin real in Händen halten kann, als in virtuelle Geschäftsideen deren Anteilsscheine bereits den Weg ins digitale Nirwana angetreten haben...

Also, aufi gehts nach München !

Bildergalerie
Um die Bilder vergrößert anzuzeigen, klicken Sie einfach auf die kleinen Bildchen (Thumbnails) !

"Riesenkristalle" aus der Sammlung Alberto Giazotto
Eisenblüte
 
Stalagmiten und Stalaktiten aus der
Sammlung Martin Zinn, USA
   
Diverse "Schnappschüsse" von
den Münchner Mineralientagen 2001
    Diese wunderschöne Quarzkristallstufe aus China wurde in München eingekauft und auch gleich wieder verkauft !
   
 
Keine Amethyste sondern "Tschermigite" aus Rußland. Diese Kristallzüchtung hört aber auch auf den etwas prosaischeren Namen "Chromalaun" !  
     
  Dieser nette und liebenswürdige Händler aus China spricht zwar kein Wort Deutsch und auch nur ein paar Brocken Englisch; das tut aber seiner Geschäftstüchtigkeit keine Abbruch. Er ist auch unter dem Spitznamen "Cheap-Cheap" bekannt. (zu deutsch "billig-billig")
   
Rückblende auf München
2000 1999 1998  

 

 

 

 

Hinweis für Datenpiraten ! Für alle Bilder halte ich das Copyright !

© 2002 by Udo J.A. Behner